DEUTSCHLAND
Bienen erwarten den Frühling

Imker nutzen Winter für Saisonvorbereitung

Carlewitz 22/01/2004

Kalt wird den Bienen im Bienenstock nicht“, sagt Imker Ralf Becker (35) aus Carlewitz und er muss es wissen. „Immenvater“ nennt ihn seine Mutter Irmgard Becker. Honig produziert die Familie schon seit Jahrzehnten, die Söhne haben das Hobby vom Vater übernommen und die Mutter hilft bei allen anfallenden Arbeiten – wie früher.

   Nein, kalt wird den Bienen nicht, obwohl es draußen recht ungemütlich ist. „Sie heizen den Stock für ihre Brut in ihrer Mitte auf 35 Grad“, sagt Becker. Er hofft auf ein paar warme Tage im Februar, damit die Bienen einmal ausfliegen und sich entleeren können. Denn lagert sich der Bienenkot im Stock an, sei die Infektionsgefahr groß.

   Während die Bienen sich vermehren und auf das Frühjahr warten, bereitet der Imker im Winter die neue Saison vor. Rähmchen für die Waben müssen gereinigt oder neu hergestellt werden. Auch die Bienenkästen werden gereinigt und desinfiziert. „Ein bewährte Mittel sind Ameisensäure und – die Lötlampe“, sagt Becker. Das kurze Erhitzen töte zuverlässig Milben und Pilzsporen ab.

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Peinlich genau registriert Becker, wenn statt der harmlosen Hausmittel Medikamente zum Einsatz kommen – um die nächste Honigernte vor etwaigen Rückständen zu schützen. Regelrecht Angst habe er allerdings vor einem Bienenschädling, der in anderen Ländern bereits auf dem Vormarsch ist: Der Afrikanische Beutekäfer. „Gegen den gibt es wohl noch kein Mittel. Wir Imker setzen uns deswegen für ein rigoroses Bienenimportverbot ein.“

   Auch mit dem Honig hat der Imker noch zu tun. Etwa 35 bis 40 Kilo liefert jedes seiner etwa 20 Völker jährlich. Zusammen mit seiner Frau Anke und seiner Mutter füllt er das flüssige Gold aus den großen Vorratsbehältern in die kleinen Verkaufsgläser, die streng nach Vorschrift beschriftet werden.

   Auch der kleine vierjährige Sohn hilft schon begeistert beim Zusammenbauen von neuen Wabenrähmchen und so ist Becker um den Imkernachwuchs nicht bange: „Es werden sich immer wieder junge Leute für diese interessante, schöne und nützliche Sache begeistern.“

  Nick VOGLER